Psychographie-Initiative e.V.

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Was ist Psychographie? Anmeldung
Fortsetzung

 
 

Was ist ein Modell?

Die Psychographie versteht sich als ein Teil der Persönlichkeitspsychologie und damit als wissenschaftliche Disziplin. In den Wissenschaften werden dann Modelle benutzt, wenn der Gegenstand der Untersuchung nicht sichtbar oder darstellbar ist. Ein Modell ist wie eine Landkarte, nicht wie eine Landschaft. Es soll als möglichst treffendes, aber vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit das Verstehen erleichtern. Dabei bleibt es aber immer eine Idee und als solche diskutierbar, veränderbar und ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Über die Verwendungshäufigkeit eines Modells entscheidet in der Regel die praktische Bedeutung im Vergleich mit anderen Modellen, die sich demselben Gegenstand widmen.
Zu zwei anderen Betrachtungsweisen steht das Modelldenken jedoch im Gegensatz: Einerseits zum ‘Dogma’, das den Anspruch erhebt, Unsichtbares trotz der Verwendung von Sprache richtig und verbindlich zu beschreiben. Andererseits zu den in sich schlüssigen und anhand praktischer Experimente beweisbaren ‘Naturgesetzen’. Die Verwechslung dieser Betrachtungsweisen stellt eine Gefahr für alle Wissenschaften, besonders aber für die Psychologie dar. Auch die Psychographie wird von manchen Psychographen für die Wirklichkeit und nicht nur für ein Modell gehalten. Der Eindruck, dass die psychographischen Typen (unabhängig vom Betrachter) tatsächlich existieren, kann dadurch entstehen, dass sich viele Menschen übereinstimmend* darauf beziehen.
Das Modelldenken ist jedoch entwicklungs- und fehlerfreundlicher, denn ein Modell kann man (im Gegensatz zu einem Dogma) verändern, kritisieren oder erweitern.

* “Wirklich ist, was eine genügend große Anzahl von Menschen wirklich zu nennen übereingekommen ist.” (Watzlawick/Weakland/Fisch: Lösungen S. 120)

Die “Landkarte” der Psychographie


 

Diese vier Prozesskreise zeigen:

  1. die Abfolge von Bevorzugungen (Stärken), Vernachlässigungen (Ressourcen) und Ergebnisbereichen (Kontrolleuren),
  2. die Lösungsprozesse auf den vier wesentlichen Ebenen,
  3. die 12 Lebensbereiche zur Typunterscheidung

 

Grundaussagen der Psychographie nach Winkler

1. Individuen lassen sich anhand der Gewichtung bestimmter Lebensbereiche unterscheiden.
2. Auf vier Ebenen werden je drei Lebensbereiche beachtet:

Grundebene mit drei Grundbereichen: drei Unterebenen
mit jeweils drei Unterbereichen:
Tätigkeit Machen, Fühlen, Denken
Beziehung Du-Beziehung, Ich-Beziehung, Wir-Beziehung
Zeit Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart
3. Auf jeder der vier Ebenen beobachten wir einen bevorzugten, einen vernachlässigten und einen Ergebnisbereich.
4. Daraus ergeben sich 81 mögliche Kombinationen für die Gewichtung (und somit 81 Persönlichkeitstypen).
5.

Bevorzugte und vernachlässigte Bereiche stehen in einer dynamischen Verbindung: Auf den bevorzugten folgt der vernachlässigte Bereich, darauf der Ergebnisbereich.

Tätigkeit –> Beziehung –> Zeit –> Tätigkeit
Machen –> Fühlen –> Denken –> Machen
Du-Beziehung –> Ich-Beziehung –> Wir-Beziehung –> Du-Beziehung
Vergangenheit –> Zukunft –> Gegenwart –> Vergangenheit
6. Die Typbenennungen erfolgen nach der Bevorzugung. Die Grundtypen werden bezeichnet als Handlungstyp (Tätigkeit), Beziehungstyp (Beziehung) und Sachtyp/Zeittyp (Zeit).
7. Die Psychographie ist ein Modell der Wirklichkeit. Sie erhebt keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit im Sinne eines Naturgesetzes oder eines Dogmas.

Mehr Information über die Psychographie nach Winkler finden Sie im Buch »Warum sind wir so verschieden?« von Werner Winkler, siehe Literatur oder auf der Seite www.psychographie.de

Informationen zur Psychographie nach Friedmann

finden Sie im Buch »Die drei Persönlichkeitstypen und ihre Lebensstrategien« von Dietmar Friedmann, siehe Literatur oder auf der Seite www.psychographie.de/pg-friedmann.htm.

 
 

Wie geschieht die Typzuordnung?

Die Typzuordnung* gelingt erfahrungsgemäß unter Berücksichtigung folgender Regeln:

  1. Sie ist ein konsensueller Vorgang; eine rein objektive, nur auf sichtbare oder messbare Merkmale aufbauende Typzuordnung ist nicht möglich. Daher ist es schwierig, den eigenen Typ ohne Gegenüber sicher zu erkennen. Im Gespräch mit anderen gelingt dies meist leichter.
  2. Neben der rein theoretischen Beschreibungsebene für dieTypen (“Bevorzugung von Bereich X...”) existieren noch umfangreiche Typenbilder (im Text folgend**). Anhand der beobachtbaren Typmerkmale können die individuellen Merkmale mit den typischen verglichen werden.
  3. Mit entscheidend für die jeweilige Zuordnung sowohl bezüglich des Grundtyps als auch des Untertyps sind die praktischen Erfahrungen des Einzelnen mit den typspezifischen Anregungen, (z. B. typische Lösungsansätze), die in der Literatur gegeben werden. Funktionieren diese, ist die eigene Typzuordnung vermutlich zutreffend.
  4. Die Zuordnungen sollten stets vorläufig getroffen werden, um sie im täglichen Leben überprüfen zu können.
* Der Begriff ‘Typ’ wird häufig missverstanden. In Dorsch’ Psychologischem Wörterbuch heißt es: “Im Gegensatz zu ‘Klasse’, ‘Gattung’ und ‘Art’ ist für ‘Typus’ charakteristisch, daß die ihn determinierenden Merkmale mehr oder weniger stark vorhanden sein oder sogar gänzlich fehlen können, ohne daß eine Einteilung von Individuen in Typen verhindert werden muß.” Dies entspricht weitgehend dem Typverständnis der Psychographie.
** Diese Typenbilder fassen die bisher gesammelten Beobachtungen verschiedener Psychographen zusammen und können sich noch verändern.

Noch mehr Information über die Psychographie

finden Sie im Buch »Warum sind wir so verschieden?« von Werner Winkler, siehe Literatur.